Mietnomaden in Dubai: Der rechtssichere Weg zur Räumung — Dubai real estate
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Mietnomaden in Dubai: Der rechtssichere Weg zur Räumung

Ein Leitfaden für Vermieter in Dubai zum Umgang mit Mietnomaden, von der fristgerechten Mahnung über die Räumungsklage beim RDC bis zur Durchsetzung von Schadensersatz.

Thomas Schneider — portrait
17. Oktober 2026 · 14 Min. Lesezeit

Dubais Immobilienmarkt ist dynamisch und für Investoren hochattraktiv. Doch mit den Chancen kommen auch Risiken. Eines der größten Ärgernisse für Vermieter weltweit — und auch hier in Dubai, sind Mietnomaden. Damit meine ich Mieter, die vorsätzlich die Mietzahlungen einstellen, die Immobilie oft in einem desolaten Zustand hinterlassen und sich weigern, auszuziehen. Als Vermieter fühlt man sich in einer solchen Situation schnell machtlos. Aber das müssen Sie nicht sein. Das Rechtssystem in Dubai bietet einen klaren und strukturierten Weg, um Ihr Eigentum zurückzuerlangen und Schadensersatz zu fordern, sofern Sie die Regeln genau befolgen. In meiner Funktion bei Gaia Living habe ich zahlreiche Vermieter durch diesen Prozess begleitet und weiß, worauf es ankommt.

In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen die exakten Schritte auf, die Sie unternehmen müssen, um rechtssicher gegen Mietnomaden in Dubai vorzugehen. Wir beleuchten die entscheidende Rolle des Rental Disputes Center (RDC) und wie Sie eine Räumung des Mieters in Dubai korrekt initiieren.

Was wir genau besprechen werden:

  • Die rechtlichen Grundlagen: Was das Mietrecht in Dubai wirklich sagt.
  • Prävention: Wie Sie das Risiko von Mietnomaden von Anfang an minimieren.
  • Der erste Schritt bei Zahlungsverzug: Die formelle 30-Tage-Mahnung.
  • Das Verfahren beim Rental Disputes Center (RDC): Schritt für Schritt zur Räumungsklage.
  • Die Vollstreckung des Urteils: Was passiert, wenn der Mieter nicht auszieht?
  • Schadensersatz und Kaution: So sichern Sie Ihre finanziellen Ansprüche.
  • Sonderfälle und was sie bedeuten.

Rechtliche Grundlagen: Das Mietrecht von Dubai verstehen

Bevor wir in die Details des Vorgehens einsteigen, ist es unerlässlich, die rechtliche Basis zu verstehen, auf der alle Mietstreitigkeiten in Dubai entschieden werden. Das Fundament bildet das Gesetz Nr. 26 aus dem Jahr 2007, ergänzt durch das Gesetz Nr. 33 von 2008. Diese Gesetze regeln die Beziehung zwischen Vermietern und Mietern und werden von der Real Estate Regulatory Agency (RERA), einer Abteilung des Dubai Land Department (DLD), überwacht. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass das Mietrecht in Dubai extrem mieterfreundlich sei. In meiner Erfahrung ist es vielmehr sehr prozedural. Es schützt beide Seiten, aber nur, wenn die vorgeschriebenen Prozesse exakt eingehalten werden. Ein kleiner Formfehler kann Ihren gesamten Fall zunichtemachen.

Das zentrale Element jedes Mietverhältnisses in Dubai ist der Ejari-Vertrag. Ejari, was auf Arabisch „meine Miete“ bedeutet, ist das offizielle Online-Registrierungssystem für Mietverträge. Ein bei Ejari registrierter Vertrag ist die unabdingbare Voraussetzung, um überhaupt rechtliche Schritte einleiten zu können. Ohne eine gültige Ejari-Registrierung erkennt das Rental Disputes Center (RDC) Ihren Mietvertrag nicht an. Das bedeutet, Sie haben keine rechtliche Handhabe. Stellen Sie also immer sicher, dass Ihr Makler oder Sie selbst den Vertrag unmittelbar nach Unterzeichnung registrieren. Die Kosten dafür sind gering (etwa 220 AED), aber die Konsequenzen einer fehlenden Registrierung sind gravierend.

Das Gesetz legt klar fest, unter welchen Umständen ein Vermieter einem Mieter vorzeitig kündigen kann. Artikel 25 des Gesetzes Nr. 26 (2007) listet diese Gründe abschließend auf. Der für uns relevanteste Grund im Zusammenhang mit Mietnomaden ist Artikel 25(1)(a): wenn der Mieter die Miete oder einen Teil davon nicht innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung einer schriftlichen Mahnung durch den Vermieter zahlt. Dieser Punkt ist der Dreh- und Angelpunkt für eine erfolgreiche Räumungsklage. Es reicht nicht, dass der Mieter einfach nicht zahlt. Sie müssen ihm eine formell korrekte Mahnung zustellen und die 30-Tage-Frist abwarten. Andere Gründe für eine fristlose Kündigung umfassen die Untervermietung ohne Zustimmung, die Nutzung der Immobilie für illegale oder sittenwidrige Zwecke oder die Verursachung schwerer Schäden. Eine Kündigung aus Eigenbedarf oder zum Zwecke des Verkaufs unterliegt hingegen einer strikten 12-monatigen Kündigungsfrist und erfordert ebenfalls eine notarielle Zustellung.

“Der größte Fehler, den Vermieter machen, ist, aus Frustration heraus die Regeln zu umgehen. Das Gesetz in Dubai ist nicht emotional; es ist ein Prozess. Wer den Prozess ignoriert, verliert — unabhängig davon, wer im Recht ist.”

Prävention: So minimieren Sie das Risiko von vornherein

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Meraas · Dubai Marina
Von
AED 4.2M

Der beste Kampf gegen Mietnomaden ist der, den man gar nicht erst führen muss. Als erfahrener Berater kann ich nicht genug betonen, wie entscheidend eine sorgfältige Mieterprüfung ist. Viele Vermieter, insbesondere private, die ihre Immobilie selbst verwalten, sind hier oft zu nachlässig. Sie freuen sich über einen schnellen Abschluss und vernachlässigen die Due Diligence. Dies ist ein kostspieliger Fehler. Professionelle Makler, wie wir bei Gaia Living, haben standardisierte Prozesse, um die Bonität und den Hintergrund potenzieller Mieter zu überprüfen. Aber auch wenn Sie Ihre Immobilie selbst vermieten, gibt es grundlegende Schritte, die Sie niemals auslassen sollten.

Beginnen Sie mit den Basics: Fordern Sie immer eine Kopie des Reisepasses, des Visums und der Emirates ID des potenziellen Mieters an. Das Visum gibt Ihnen Aufschluss über den Arbeitgeber und die Gültigkeit des Aufenthaltsstatus. Ein kurz vor dem Ablauf stehendes Visum ohne klaren Hinweis auf eine Verlängerung ist ein Warnsignal. Bitten Sie um einen Gehaltsnachweis oder einen Arbeitsvertrag. Dies gibt Ihnen eine Vorstellung von der finanziellen Stabilität des Mieters. Kann er sich die Miete für Ihr Apartment in Business Bay oder Ihre Villa in Arabian Ranches überhaupt leisten? Eine gängige Faustregel ist, dass die Jahresmiete nicht mehr als ein Drittel des Jahreseinkommens ausmachen sollte. Scheuen Sie sich nicht, den im Vertrag genannten Arbeitgeber anzurufen, um die Anstellung zu verifizieren. Das ist in Dubai eine gängige Praxis.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zahlungsmethode. Bestehen Sie auf vordatierten Schecks für die gesamte Mietperiode. In den VAE ist ein geplatzter Scheck nach wie vor eine Straftat, auch wenn die Gesetze hier in den letzten Jahren gelockert wurden. Ein Strafverfahren wegen eines geplatzten Schecks ist ein separates Verfahren vom mietrechtlichen Fall beim RDC, kann aber erheblichen Druck auf den Mieter ausüben. Die Anzahl der Schecks ist verhandelbar — ein Mieter, der die gesamte Jahresmiete mit einem Scheck im Voraus bezahlt, ist oft finanziell solider. Die meisten Mietverträge werden jedoch mit zwei, vier oder manchmal sogar zwölf Schecks abgeschlossen. Je mehr Schecks, desto höher das administrative Risiko für Sie. Überprüfen Sie auch die Kredithistorie des Mieters über das Al Etihad Credit Bureau (AECB). Jeder Einwohner der VAE hat das Recht, einen eigenen Kreditauskunft anzufordern und Ihnen vorzulegen. Ein niedriger Score oder eine Historie von Zahlungsverzügen sind klare rote Flaggen. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl während der Besichtigung und des Gesprächs. Wirkt der Mieter ausweichend bei Fragen zu seiner Arbeit oder seiner bisherigen Wohnsituation? Das sind oft Anzeichen für potenzielle Probleme.

Der erste Schritt: Die formelle 30-Tage-Mahnung

Ihr Mieter ist mit der Zahlung im Verzug. Was nun? Der erste Impuls vieler Vermieter ist, den Mieter anzurufen, ihm eine WhatsApp-Nachricht zu schicken oder eine E-Mail zu schreiben. Das ist menschlich verständlich und kann auch ein erster informeller Schritt sein, um die Situation zu klären. Vielleicht gab es nur ein Problem mit der Bank. Rechtlich gesehen sind diese Kommunikationsformen jedoch für die Einleitung einer Räumungsklage wertlos. Das Gesetz ist hier unmissverständlich: Sie müssen eine formelle Mahnung zustellen, die dem Mieter eine Frist von 30 Tagen zur Begleichung der ausstehenden Miete einräumt.

Diese Mahnung, auf Englisch „Warning Notice“ oder „Legal Notice“, muss bestimmte formale Kriterien erfüllen. Sie muss klar den ausstehenden Betrag, die betroffene Immobilie und die gesetzte Frist von 30 Kalendertagen benennen. Vor allem aber muss die Zustellung nachweisbar sein. Das Gesetz sieht hier zwei primäre Methoden vor:

1. Zustellung per Notar (Notary Public): Dies ist die sicherste und unanfechtbarste Methode. Sie beauftragen einen Notar in Dubai, die Mahnung offiziell zu verfassen und dem Mieter zuzustellen. Der Notar dokumentiert den Zustellungsversuch. Dies schafft einen unwiderlegbaren Beweis, dass die Mahnung den Mieter erreicht hat oder dass die Zustellung an der im Mietvertrag angegebenen Adresse versucht wurde. Die Kosten hierfür liegen typischerweise zwischen 500 und 1.000 AED. 2. Zustellung per Einschreiben mit Rückschein (Registered Mail with Acknowledgment of Receipt): Dies ist die kostengünstigere Alternative, die vom Gesetz ebenfalls anerkannt wird. Sie senden die Mahnung über die Emirates Post an die im Ejari-Vertrag hinterlegte Adresse des Mieters. Der Rückschein dient als Nachweis der Zustellung. Wichtig ist, dass Sie die Mahnung an die exakte Adresse senden, die im Mietvertrag steht.

Warum ist dieser Schritt so entscheidend? Weil ohne den Nachweis dieser 30-Tage-Mahnung das RDC Ihre Klage gar nicht erst annimmt. Das Gericht wird den Fall sofort abweisen, und Sie müssen den gesamten Prozess von vorne beginnen. Das kostet nicht nur Zeit und Geld, sondern gibt dem Mieter auch weitere Wochen oder Monate, in denen er mietfrei in Ihrer Immobilie wohnt. Ignorieren Sie niemals diesen formalen Schritt, egal wie klar der Sachverhalt scheint. Die 30-Tage-Frist beginnt ab dem Tag, an dem die Mahnung zugestellt wurde. Erst nach Ablauf dieser Frist, wenn der Mieter immer noch nicht gezahlt hat, können Sie den nächsten Schritt einleiten und Klage beim RDC einreichen.

Das Verfahren beim Rental Disputes Center (RDC)

Wenn die 30-tägige Mahnfrist verstrichen ist und der Mieter die ausstehende Miete immer noch nicht bezahlt hat, ist der Zeitpunkt gekommen, rechtliche Schritte einzuleiten. Die zuständige Instanz für alle Mietstreitigkeiten in Dubai ist das Rental Disputes Center (RDC), auf Arabisch „Markaz Munaza’at al Ejaraat“. Das RDC wurde 2013 gegründet, um Mietkonflikte schnell und effizient zu lösen und ist direkt dem Dubai Land Department (DLD) angegliedert. Es ist wichtig zu verstehen, dass das RDC wie ein Gericht funktioniert, aber speziell auf Mietrecht ausgerichtet ist. Manchmal wird es umgangssprachlich auch als RERA Tribunal bezeichnet, was aber nicht ganz korrekt ist, da RERA die Regulierungsbehörde ist, während das RDC die Justizinstanz darstellt.

Um einen Fall beim RDC einzureichen, müssen Sie eine Klageschrift (Statement of Claim) vorbereiten. Diese muss auf Arabisch verfasst sein. Wenn Sie der Sprache nicht mächtig sind, müssen Sie einen lizenzierten Rechtsübersetzer beauftragen. Die Klageschrift muss den Sachverhalt klar darlegen, die Forderung (Räumung und Zahlung der ausstehenden Miete) benennen und alle relevanten Beweismittel als Anhänge enthalten. Die Einreichung erfolgt in der Regel online über das RDC-Portal oder persönlich bei einem der zugelassenen „Typing Centers“.

Die Dokumente, die Sie für die Einreichung benötigen, sind entscheidend für den Erfolg. Eine unvollständige Akte führt unweigerlich zu Verzögerungen. Stellen Sie sicher, dass Sie folgende Unterlagen bereithalten:

  • Ihre Emirates ID und die des Mieters (Kopien)
  • Der bei Ejari registrierte Mietvertrag
  • Der Eigentumsnachweis Ihrer Immobilie (Title Deed)
  • Kopie der notariellen Mahnung oder des Einschreibens mit Rückschein
  • Kopie des geplatzten Schecks (falls zutreffend)
  • Jegliche weitere relevante Korrespondenz (z.B. E-Mails, in denen der Mieter den Zahlungsverzug zugibt), übersetzt ins Arabische
  • Ihre IBAN, damit das Gericht weiß, wohin eventuelle Zahlungen überwiesen werden sollen.

Die Kosten für die Einreichung einer Räumungsklage beim RDC sind gesetzlich festgelegt. Die Gerichtsgebühr beträgt 3,5 % der Jahresmiete Ihrer Immobilie. Es gibt jedoch eine Unter- und eine Obergrenze. Die Mindestgebühr liegt bei 500 AED, die maximale bei 20.000 AED. Für eine Immobilie mit einer Jahresmiete von 100.000 AED würde die Gerichtsgebühr also 3.500 AED betragen. Hinzu kommen administrative Gebühren und Kosten für die Übersetzung, die schnell weitere 1.000 bis 2.000 AED ausmachen können. Diese Kosten können Sie in Ihrer Klage vom Mieter zurückfordern. Nachdem die Klage angenommen wurde, wird ein Verhandlungstermin anberaumt, der in der Regel innerhalb weniger Wochen stattfindet. Das RDC ist für seine schnellen Verfahren bekannt. In der Verhandlung selbst, die von einem Richter geleitet wird, haben beide Parteien die Möglichkeit, ihren Standpunkt darzulegen. Wenn Ihre Dokumentation lückenlos ist — insbesondere die formgerechte Mahnung, , sind die Chancen auf ein schnelles Urteil zu Ihren Gunsten sehr hoch.

Die Vollstreckung des Urteils: Wenn der Mieter nicht geht

Sie haben den Prozess beim RDC durchlaufen und ein rechtskräftiges Urteil zur Räumung und Zahlung der ausstehenden Miete erhalten. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die wichtigste Hürde genommen. Doch was passiert, wenn der Mieter die Immobilie trotz des Gerichtsurteils einfach nicht verlässt? Leider ist das bei hartnäckigen Mietnomaden keine Seltenheit. An diesem Punkt dürfen Sie auf keinen Fall zur Selbstjustiz greifen. Es ist Ihnen strengstens untersagt, die Schlösser auszutauschen, die Versorgung mit Wasser oder Strom (DEWA) zu unterbrechen oder die Besitztümer des Mieters aus der Wohnung zu entfernen. Solche Handlungen sind illegal und können zu einer Gegenklage des Mieters führen, die Sie mit Sicherheit verlieren würden.

Der einzig legale Weg ist die Zwangsvollstreckung über das Gericht. Nach der Urteilsverkündung hat der Mieter eine Frist von 15 Tagen, um Berufung einzulegen (Appeal). Legt er keine Berufung ein, wird das Urteil endgültig. Sie können dann beim RDC die Vollstreckung (Execution) des Urteils beantragen. Dazu reichen Sie einen weiteren Antrag bei der Vollstreckungsabteilung des Gerichts ein. Das Gericht wird dann einen Gerichtsvollzieher (Court Bailiff) beauftragen, die Räumung durchzuführen. Dieser Prozess ist nicht sofortig und kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Die Kosten für den Vollstreckungsantrag sind in der Regel gering, können aber je nach Komplexität variieren.

Der Gerichtsvollzieher wird, oft in Begleitung der Polizei, zur Immobilie gehen und den Mieter auffordern, das Objekt zu verlassen. Weigert sich der Mieter weiterhin, hat der Gerichtsvollzieher die Befugnis, die Räumung zwangsweise durchzusetzen. Die Besitztümer des Mieters werden dann entweder vom Mieter selbst entfernt oder, falls dieser nicht kooperiert, auf seine Kosten eingelagert. Erst wenn der Gerichtsvollzieher Ihnen die leere Immobilie offiziell übergeben hat, haben Sie wieder die volle Kontrolle über Ihr Eigentum. Dieser gesamte Prozess, von der ersten Mahnung bis zur tatsächlichen Räumung durch den Gerichtsvollzieher, kann in einem unkomplizierten Fall zwei bis drei Monate dauern. Bei Komplikationen, wie einer Berufung des Mieters, kann es sich auch länger hinziehen. Geduld und das strikte Befolgen der legalen Schritte sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Schadensersatz und Kaution: Sichern Sie Ihre Finanzen

Die Räumung des Mieters ist nur die halbe Miete. In den meisten Fällen von Mietnomaden in Dubai bleiben Sie nicht nur auf den Mietschulden, sondern auch auf erheblichen Schäden an der Immobilie sitzen. Das Recht in Dubai, einen Mieter zu kündigen, ist eng mit der Möglichkeit verknüpft, auch finanziellen Schadensersatz vom Mieter in Dubai zu fordern. Ihre Klage beim RDC sollte daher immer zwei Komponenten umfassen: die Räumung (Eviction) und die Zahlung der ausstehenden Miete sowie eine Entschädigung für die Zeit, die der Mieter nach Vertragsende widerrechtlich in der Immobilie verbleibt.

Die Kaution (Security Deposit), die in der Regel 5 % der Jahresmiete bei unmöblierten und 10 % bei möblierten Immobilien beträgt, ist Ihre erste Verteidigungslinie. Nach dem Auszug des Mieters haben Sie das Recht, die Kosten für die Reparatur von Schäden, die über die normale Abnutzung hinausgehen, von der Kaution einzubehalten. Hier ist eine sorgfältige Dokumentation unerlässlich. Machen Sie bei der Übergabe nach der Räumung detaillierte Fotos und Videos vom Zustand der Immobilie. Holen Sie schriftliche Kostenvoranschläge von Handwerkern für die notwendigen Reparaturen ein (z.B. Streichen von Wänden, die der Mieter beschädigt hat, Reparatur von zerbrochenen Einbauten, Tiefenreinigung). Diese Dokumente sind Ihr Beweis, falls der Mieter die Abzüge von der Kaution anfechtet. Die Kosten für ausstehende Nebenkosten (DEWA, Klimaanlage) können ebenfalls mit der Kaution verrechnet werden.

In den meisten Fällen reicht die Kaution jedoch bei Weitem nicht aus, um die Mietschulden und die verursachten Schäden zu decken. Das RDC-Urteil wird den Mieter zur Zahlung der ausstehenden Miete verpflichten. Aber wie setzen Sie diese Forderung durch? Hier wird es oft schwierig. Wenn der Mieter noch in den VAE arbeitet, können Sie über das Gericht eine Lohnpfändung erwirken. Sie können auch versuchen, andere Vermögenswerte, wie ein Bankkonto oder ein Fahrzeug, pfänden zu lassen. Wenn der Mieter das Land jedoch bereits verlassen hat, wird die Durchsetzung Ihrer Geldforderung extrem schwierig und oft unmöglich. Deshalb ist die Prävention und die sorgfältige Auswahl des Mieters so wichtig. Hier eine beispielhafte Kostenaufstellung, die auf einen Vermieter in einem solchen Fall zukommen kann, für eine Wohnung in JVC mit 80.000 AED Jahresmiete:

  • Mietrückstand: 3 Monatsmieten = 20.000 AED
  • Kosten für notarielle Mahnung: ca. 700 AED
  • RDC-Gerichtsgebühren (3,5 % von 80.000 AED): 2.800 AED
  • Übersetzungs- und Schreibgebühren: ca. 1.500 AED
  • Kosten für die Zwangsvollstreckung: ca. 500 AED
  • Reparaturkosten (Streichen, Schäden): ca. 4.000 AED
  • Gesamter finanzieller Schaden (ohne Opportunitätskosten): 29.500 AED
  • Verrechnung mit Kaution (5%): - 4.000 AED
  • Verbleibender Schaden: 25.500 AED

Diese Rechnung zeigt deutlich, dass es sich um einen kostspieligen Prozess handelt, selbst wenn Sie am Ende Recht bekommen. Die beste Strategie ist immer, solche Szenarien durch rigorose Vorabprüfungen zu vermeiden.

Sonderfälle und was sie bedeuten

Obwohl der Prozess bei Nichtzahlung der Miete relativ standardisiert ist, gibt es einige Sonderfälle und Nuancen, die Vermieter kennen sollten. Eine häufige Frage betrifft die Kündigung zum Vertragsende. Viele Vermieter glauben, sie könnten einen Mietvertrag einfach auslaufen lassen und den Mieter zum Auszug auffordern. Das ist in Dubai nicht der Fall. Ein Mietvertrag verlängert sich automatisch zu den gleichen Konditionen, es sei denn, eine der Parteien kündigt mit einer Frist von 90 Tagen vor Vertragsende eine Änderung der Konditionen an. Wenn Sie den Vertrag jedoch beenden möchten, um die Immobilie selbst zu nutzen oder zu verkaufen, müssen Sie eine Kündigungsfrist von 12 Monaten einhalten. Diese Kündigung muss, genau wie die Mahnung bei Zahlungsverzug, per Notar oder Einschreiben zugestellt werden. Ohne diese formelle 12-monatige Kündigung haben Sie kein Recht, den Mieter zum Auszug aufzufordern, selbst wenn Sie die Immobilie dringend für sich selbst benötigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind gewerbliche Mietverträge. Die hier beschriebenen Gesetze und Prozesse gelten primär für Wohnimmobilien. Für gewerbliche Mietverträge können andere Regeln und Vertragsbedingungen gelten, die oft stärker verhandlungsbasiert sind. Die Zuständigkeit des RDC bleibt jedoch in der Regel bestehen. Ebenso verhält es sich mit Immobilien in Freehold-Zonen im Vergleich zu Non-Freehold-Zonen. Die Mietgesetze von Dubai gelten für das gesamte Emirat, unabhängig von der Eigentumsstruktur.

Was passiert, wenn der Mieter Berufung gegen das RDC-Urteil einlegt? Der Mieter hat das Recht, innerhalb von 15 Tagen nach dem Urteil Berufung einzulegen, sofern der Streitwert eine bestimmte Höhe überschreitet (aktuell liegt die Grenze meist bei 100.000 AED). Dies leitet ein zweitinstanzliches Verfahren ein, das den Prozess erheblich verlängern kann. Der Mieter muss jedoch oft die im Urteil festgelegte Summe beim Gericht hinterlegen, um überhaupt Berufung einlegen zu können, was viele davon abhält. Wenn Sie mit einem professionellen Team wie uns bei Gaia Living zusammenarbeiten, stellen wir sicher, dass Ihre ursprüngliche Klage so wasserdicht ist, dass die Erfolgsaussichten einer Berufung für den Mieter minimal sind. Unsere Aufgabe ist es, Sie nicht nur bei der Suche nach Immobilien zum Kauf oder der Vermarktung Ihrer Mietobjekte zu unterstützen, sondern Sie auch in solchen schwierigen Situationen mit fundiertem Rat zu begleiten. Wir kennen die Fallstricke und sorgen dafür, dass alle formalen Anforderungen von Anfang an erfüllt werden.

Key takeaway

Der Umgang mit Mietnomaden in Dubai erfordert kein juristisches Genie, sondern vor allem prozessuale Disziplin. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die vom Gesetzgeber vorgegebenen Schritte — von der notariellen Mahnung bis zur Klage beim RDC, exakt und ohne Abkürzungen zu befolgen. Jeder Versuch, das System auszutricksen oder zur Selbstjustiz zu greifen, wird nach hinten losgehen und Sie mehr Zeit, Geld und Nerven kosten, als der reguläre, rechtssichere Weg.

Sources

Frequently asked

Questions, answered

Was sind die ersten Schritte, wenn mein Mieter in Dubai die Miete nicht zahlt?
Der erste Schritt ist, dem Mieter eine schriftliche Mahnung mit einer Frist von 30 Tagen zur Zahlung des Mietrückstands zuzustellen. Diese Zustellung muss per Notar oder Einschreiben erfolgen, um rechtlich als Grundlage für weitere Schritte anerkannt zu werden.
Kann ich meinem Mieter in Dubai einfach so kündigen?
Nein, eine ordentliche Kündigung während der Vertragslaufzeit ist nur aus bestimmten, im Gesetz Nr. 26 von 2007 (in der geänderten Fassung) festgelegten Gründen möglich, wie z.B. 30-tägiger Mietrückstand nach Mahnung. Für eine Kündigung zum Vertragsende müssen Sie eine Frist von 12 Monaten einhalten und einen triftigen Grund angeben, der vom Notar oder per Einschreiben zugestellt wird.
Wie hoch sind die Kosten für eine Räumungsklage in Dubai?
Die Gerichtsgebühren für die Einreichung eines Falls beim Rental Disputes Center (RDC) betragen 3,5 % der Jahresmiete, mindestens jedoch 500 AED und maximal 20.000 AED. Hinzu kommen Kosten für die Zustellung der Mahnung, Übersetzungen und eventuelle Vollstreckungsgebühren.
Was ist das RDC in Dubai?
Das Rental Disputes Center (RDC), oft auch als RERA Tribunal bezeichnet, ist die zuständige Justizbehörde für alle Mietstreitigkeiten in Dubai. Es ist dem Dubai Land Department (DLD) angegliedert und bietet ein beschleunigtes Verfahren zur Lösung von Konflikten zwischen Mietern und Vermietern.
Kann ich die Kaution einbehalten, wenn der Mieter Schäden verursacht?
Ja, die Kaution dient dazu, nicht durch normale Abnutzung entstandene Schäden zu decken. Sie müssen die Schäden jedoch dokumentieren (Fotos, Rechnungen für Reparaturen). Weigert sich der Mieter, die Abzüge zu akzeptieren, kann auch dieser Streitfall vor das RDC gebracht werden.
Wie lange dauert ein Räumungsverfahren in Dubai?
Nach Einreichung der Klage beim RDC wird in der Regel innerhalb weniger Wochen ein Urteil gefällt. Nach dem Urteil hat der Mieter 15 Tage Zeit, Berufung einzulegen. Wenn keine Berufung erfolgt und der Mieter nicht auszieht, kann die Räumung durch einen Gerichtsvollzieher vollstreckt werden, was den Prozess um weitere Wochen verlängern kann.
Thomas Schneider — portrait
Verfasst von
Redakteur für Immobilientransaktionen

Daniel beleuchtet beide Seiten des Geschäfts – wie man gut einkauft und wie man für mehr verkauft. Er ist besessen von Prozessen, Zeitabläufen und den Gebühren, vor denen niemand warnt.

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